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Wozu brauche ich eine Hebamme? Welche Hilfe in der Schwangerschaft kann mir eine Hebamme geben? Was macht eine Hebamme nach der Geburt? Und wofür ist eine Hebamme wichtig? Anlässlich des Internationalen Hebammentages am 5. Mai zeigt eine Kinderheldin auf, welche Rolle eine Hebamme in Schwangerschaft, nach der Geburt und im ersten Lebensjahr des Kindes spielt.

Vom Frauenarzt empfohlen

Aus Erfahrung und Beobachtung kann ich sagen, dass sich viele Frauen in der Schwangerschaft bei einer Hebamme melden, weil sie eine Wochenbettbetreuung suchen. Sie haben die Informationen darüber von ihren FrauenärztInnen. Irgendwie ist eine Hebamme (meist) eine Frau, die nach der Geburt nach Hause kommt und guckt, wie es dem Neugeborenen geht. Das ist richtig und gleichzeitig nur die halbe Wahrheit. Hebammen machen so viel mehr. Aber darauf komme ich später noch.

Manche Frauen sind skeptisch

Bei vielen Betreuungsanfragen oder im Austausch mit Paaren, die in naher Zukunft eine Schwangerschaft planen, wiederholen sich oft folgende Fragen:

Was macht eine Hebamme eigentlich anders? Ich kann doch meine Schwester, meine Mutter oder meine Freundinnen fragen, wenn ich etwas wissen möchte? Außerdem kann ich ja auch noch googlen. Und im Moment hab ich eh keine Fragen.

Welche Qualifikation hat eine Hebamme?

Hebammen sind ausgebildete und qualifizierte Fachpersonen, die verpflichtet sind, sich ihr gesamtes Berufsleben hindurch fortzubilden. Bisher verlief der Weg in den Beruf über eine dreijährige staatliche Ausbildung. Mittlerweile kann Hebammenwesen als Bachelor und Master an bestimmten Universitäten auch studiert werden.

Was machen Hebammen?

Hebammen und Geburt

Die Begleitung der Geburt ist eine der wichtigsten Aufgaben einer Hebamme. Sie ist die Expertin für die natürliche Entbindung und darf diese in Deutschland allein durchführen. Deshalb sind Hebammen in der Hausgeburtshilfe, in Geburtshäusern, als Beleghebammen oder als angestellte Hebammen in Kliniken bei jeder Geburt dabei. Wegen der anhaltenden Debatte um die Kostenübernahme für außerklinische Geburtshilfe durch die Krankenkassen taucht der Berufsstand der Hebammen immer wieder in den Medien auf. Meist wird auf den Mangel an Hebammen hingewiesen und welche Auswirkungen dieser für die betroffenen Familien hat.

Was macht eine Hebamme in der Schwangerschaft?

Der Aufgabenbereich der Hebamme umfasst die Betreuung von physiologischen Schwangerschaften inklusive der Vorsorgeuntersuchungen, die ergänzend zu denen beim Frauenarzt oder abwechselnd auch von den Krankenkassen bezahlt werden.

Schwangerschaftsbeschwerden

Außerdem ist es eine entscheidende Aufgabe von Hebammen in der Schwangerschaft, Dir bei typischen Schwangerschaftsbeschwerden Tipps und Hilfestellungen zu geben und Dir bei der Planung der Geburt, dem Wochenbett und dem zukünftigen Familienleben wichtige Informationen zu geben. Auch die Beantwortung zu individuellen Ängsten und Unsicherheiten gehören zum Aufgabengebiet einer Hebamme. Ebenso hat eine Hebamme wertvolle Informationen zum Verhalten während der Schwangerschaft parat, die immer das Wohl des Kindes und der Mutter in den Mittelpunkt stellen.

Was macht eine Hebamme nach der Geburt?

Wochenbettbesuche

Eine Hebamme nach der Geburt ist wichtig, um den Wochenbettverlauf medizinisch zu überwachen, den Beginn der Stillbeziehung zu unterstützen und die Eltern im Umgang mit dem Kind zu “schulen”. Hierfür kommen die Hebammen in der Regel nach der Geburt nach Hause. Für diese Wochenbettbetreuung hat eine freiberufliche Hebamme ein bestimmtes Kontingent an Besuchen, die sie mit der Krankenkasse abrechnen kann. Für einen Besuch veranschlagt die Krankenkasse ca 20 Minuten.

Beratung im Wochenbett

In der Realität sieht dieser Besuch allerdings oft anders aus als geplant. Die Familien haben meist so viele Fragen, die sich nicht um die medizinischen Dinge drehen. Da geht es um Fragen des Durchschlafens, Schreiens, welche Prophylaxemaßnahmen sinnvoll sind, wie die Familie die Geburt erlebt hat oder wie sich die Partnerschaftsbeziehung verändert und viele mehr. Mit all diesen Fragen kennt sich eine Hebamme aus. In der Arbeitspraxis findet sich allerdings manchmal einfach keine Zeit dazu, auf all die vielen Fragen im Detail einzugehen.

Und nach dem Wochenbett?

Die ambulante Hebammenbetreuung endet meist so ca. zwei bis drei Monate nach der Geburt. Aus meiner Erfahrung kommen aber gerade danach wieder viele Fragen auf. Durchschlafen, Probleme beim Stillen, obwohl es vorher immer so gut geklappt hat, Zahnen, Beikost usw. sind Themen, die wieder mit einer Hebamme besprochen werden können.  

Brauche ich eine Hebamme?

Die Frage kann ich natürlich nicht für Dich beantworten, aber ich kann Dir folgende Fragen stellen, die Dir bei der Beantwortung helfen können:

  • Kannst du beurteilen, ob die Informationen, die du von Deinen Verwandten und Bekannten oder von google bekommst, unabhängig sind und den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaften entsprechen?
  • Kannst du davon ausgehen, dass Personen, die ein bis vielleicht vier Kinder großgezogen haben, ebenso viel Wissen und Erfahrung haben, wie Frauen, die hunderte von Familien in der Schwangerschaft und danach begleitet haben? 

Zwar ist das Kinderkriegen so alt wie die Menschheit und wird schon irgendwie gehen. Die Erkenntnisse darüber, was für Frauen, Familien und die Kinder am besten ist, entwickelt sich jedoch stetig weiter. So wissen wir heute viel genauer darüber Bescheid, welche Auswirkungen bestimmte Verhaltensweisen oder Praktiken haben und können diese vermeiden.

Wie beruhigend ist es da, zu wissen, dass Du Dich bei Unsicherheiten an eine extra dafür qualifizierte Fachperson wenden kannst? Aus meiner Sicht bildet da beispielsweise das Angebot von kinderheldin eine ideale Ergänzung zur klassischen Hebammenbetreuung vor Ort.

Ich wünsche Dir immer einen guten Draht zu einer Hebamme.

Nicole Höhmann

Sozialwissenschaftlerin & Hebamme bei Kinderheldin

Hast Du Fragen an eine Hebamme? Frage einfach eine unserer Hebammen bei Kinderheldin und lass Dich persönlich beraten!

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