Stillen bei Kälte im Winter

Stillen bei Kälte: Was muss ich beachten?


Stillen ist immer noch die natürlichste Sache der Welt. Und dennoch muss es erlernt werden – sowohl von deinem Baby als auch von dir als Mutter. Bis es sich ganz selbstverständlich anfühlt, braucht es ein wenig Übung und genügend Zeit und Ruhe.

Jede Stillbeziehung ist so individuell wie du und dein Baby. Wenn du Probleme beim Stillen gleich angehst und dir gegebenenfalls Rat bei einer Hebamme einholst, kannst du oft länger stillen und die Zeit mit deinem Baby genießen. Das gilt auch für das Stillen bei Kälte: Während einige Frauen keinen Unterschied zum Stillen bei Raumtemperatur oder Wärme feststellen, kann es bei anderen Frauen zu Problemen kommen. Hier zeigen wir dir, was du über das Stillen bei Kälte wissen musst.

Schnelle Hilfe bei Stillproblemen

Das Stillen fördert als selbstverständlichste Sache der Welt die Bindung zwischen dir und deinem Kind. Bei Kälte kann es jedoch zu Problemen kommen: Deine Brust schmerzt, die Milch fließt nicht wie gewohnt und dein Baby bleibt möglicherweise hungrig. Hier erfährst du alles über das Stillen bei Kälte.

Was unterscheidet das Stillen bei Kälte vom Stillen im Sommer?

In den warmen Monaten bekommt dein Baby beim Stillen die notwendigen Nährstoffe, damit es gut gedeihen kann und erhält gleichzeitig ausreichend Flüssigkeit. Immerhin besteht deine Muttermilch zu rund 88 Prozent aus Wasser! Je häufiger dein Baby an der Brust trinkt, desto höher ist der Wassergehalt in der Muttermilch und umso besser löscht diese auch an heißen Sommertagen den Durst deines Babys.

Und wie schaut es im Winter aus?
Im Winter dagegen ist es wesentlich kühler. Da kann es sein, dass der Milchfluss eher ins Stocken kommt und das weiche Gewebe der Brust ein wenig verhärtet. Das ist aber vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Damit die Milch wieder besser fließt, kannst du diese härteren Stellen wärmen und lockern. Leg dazu ein Körnerkissen drauf oder gönn dir eine warme Dusche. Auch Bestrahlen mit Rotlicht kann helfen. Durch die Wärme weiten sich die Gefäße und die Milch kann wieder leichter fließen.

Hinweis von Hebamme Steffi:
Vermeide das Rotlicht bei wunden Brustwarzen. Das kann sie austrocknen und damit die Wundheilung verzögern. Hier können dir Körnerkissen helfen!

Hast du bei Kälte starke Schmerzen in der Brust, kann sich dahinter aber auch das sogenannte Raynaud-Syndrom verbergen. Am besten klärst du das mit deiner Hebamme ab.

Verändert sich die Muttermilch im Winter?

Deine Muttermilch enthält sämtliche Nährstoffe, die dein Baby für seine Entwicklung benötigt. Direkt nach der Geburt wird sie Kolostrum genannt, ist dickflüssig und enthält sehr viele Antikörper und weiße Blutkörperchen. Damit schützt das Kolostrum dein Baby vor vielen schädlichen Einflüssen. Setzt der Milcheinschuss bei dir ein, bildet dein Körper die sogenannte Übergangsmilch. Sie ist für das Neugeborene optimal und enthält einen hohen Gehalt an Kalorien, Fett und Laktose. Ab der vierten Stillwoche bleibt die Zusammensetzung der Muttermilch relativ konstant und enthält sämtliche Vitamine, Proteine, Hormone, Enzyme und überhaupt alles, was dein Baby zum gesunden Wachsen braucht. Während der Stillmahlzeit verändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch: Zu Beginn ist sie wässriger und löscht den Durst, trinkt das Kind länger, bekommt es auch die fettreiche Hintermilch. Die eigentliche Zusammensetzung der Muttermilch richtet sich nach dem Bedarf des Kindes. Legst du es öfter und dafür kürzer an, ist die Milch wässriger. Trinkt es ein wenig länger, ist sie fettreicher. Ganz unabhängig davon, ob gerade Winter oder Sommer ist.

Hinweis von Hebamme Steffi:
Um an die fettreiche Hintermilch zu gelangen reichen im Durchschnitt zwei bis drei Minuten stillen. Mach dir da also nicht zu viele Gedanken, das passiert ganz von allein. :-)

Trinkt mein Baby mehr oder weniger?

Während dein Baby im Sommer bei Hitze mehr Durst haben kann und dann auch häufiger trinkt, kann es im Vergleich dazu im Winter etwas weniger trinken. Es ist egal, wie heiß oder kalt die Temperatur außen ist: Deine Muttermilch enthält alles, was dein Baby braucht. Du solltest auf jeden Fall darauf achten, dass es deinem Baby immer warm und kuschelig genug ist. Schließlich war es in deinem Bauch auch immer warm - und Babys weinen schnell einmal, um zu signalisieren, dass ihnen kalt ist.

In einer neuen Studie haben Forscher nachgewiesen, dass sich Babys beim Stillen ganz unterschiedlich verhalten, was die Stilldauer, den Abstand und auch die getrunkene Menge angeht. Daher solltest du deinem Kind vertrauen und es immer dann stillen, wenn es Hunger oder Durst hat.

Welche Kleidung eignet sich?

Solange du in einem warmen Zimmer bist, ist das Stillen auch im Winter wie gewohnt. Bist du jedoch mit deinem Baby gerade im Winterwald spazieren, wenn es Hunger bekommt, ist entsprechende Kleidung hilfreich. Es gibt spezielle Pullover, die du leicht fürs Stillen öffnen kannst. Trotzdem halten sie dir den Hals und den Oberkörper warm. Du kannst aber auch ein Shirt über ein Top ziehen. Damit bleiben sowohl der Ausschnitt als auch dein Rücken und Bauch bedeckt. Ein breiter Schal oder ein Loop kann ebenfalls helfen. Trägst du ein großes Halstuch oder ein Dreieckstuch, kannst du das ebenfalls zum Stillen nutzen. Darunter ist dein Baby so geborgen wie in einem kleinen Zelt und die kalte Winterluft kommt nicht an deine Haut.

Wenn du das Tuch nicht die ganze Zeit um den Hals tragen möchtest, kannst du es auch einfach so im Kinderwagen mitnehmen. Liegt dein Kind nicht im Kinderwagen, sondern wird von dir im Tuch oder einer anderen Tragehilfe getragen, kannst du es direkt darin stillen. Das ist gerade im Winter außerordentlich praktisch. Wie gut das klappt, hängt ein wenig von der Trageposition und der genutzten Tragehilfe ab. Wenn du hierzu Fragen hast, hilft dir sicher eine Trageberaterin gerne weiter und zeigt dir, welche Tragehilfe oder Bindeart fürs Tragetuch fürs Stillen bei Kälte geeignet ist.

Tipps & Tricks

Stillen kannst du immer und überall. Du kannst dein Baby zu Hause in Ruhe stillen, aber auch, wenn du unterwegs bist. Die Muttermilch ist einfach immer dabei und richtig temperiert. Wenn du bisher noch nicht in der Öffentlichkeit gestillt hast, hilft es, die passende Position ganz in Ruhe zu Hause zu üben. Du kannst dabei im Spiegel kontrollieren, wie viel von deiner Brust und deinem Dekolleté zu sehen ist und wo die Kälte einen Angriffspunkt haben könnte. Eine Strickjacke zum Wickeln kann ebenfalls helfen, dein Baby in der Kälte zu stillen.

Auch wenn es im Winter draußen kalt ist, kannst du mit deinem Baby in der Natur unterwegs sein. Bekommt es Hunger, kannst du es einfach stillen. Bist du in der Stadt, kannst du sicherlich ein Café oder einen anderen Ort aufsuchen. Dort findest du einen gemütlichen Platz zum Stillen und kannst dein Baby anschließend in Ruhe wickeln.


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